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Die Gemeine Akelei ist in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens heimisch. Die Pflanze wächst auf Bergwiesen, in lichten Laubwäldern, an Waldrändern und Gebüschen. Sie bevorzugt kalkreichen Boden. Die Wildform der Gemeinen Akelei ist nur noch selten in der freien Natur zu finden. Heute ist sie derart gefährdet, daß sie seit Jahren auf der "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Arten steht. Übrigens sind alle Akeleiarten giftig.
Die etwa 30 - 80 cm hohe Staude besitzt langgestielte, doppelt dreizählige Blätter mit stumpfgelappten Endblättern.
Die einzelstehenden, langgestielten violettblauen (oder selten roten oder weißen) Blüten erscheinen von Mai bis Juli am aufrechten Stengel und sind 3 - 5 cm groß.
Sie besitzen eine ganz besondere nickende, glockenförmige Form,
bei der die äußeren fünf Blütenblätter zugespitzt und ausgebreitet sind. Bei den inneren fünf handelt es sich um Honigblätter,
die ein zweilippiges, hohles, gesporntes Organ bilden, das mit der Öffnung nach unten gerichtet ist und dessen an der Spitze nach innen umgebogener 13 - 22 cm langer Sporn nach oben zeigt.
Will ein Insekt (meist sind es langrüsselige Hummeln) an den Nektar im Spornfortsatz herankommen, so muß es die Staubblätter in der Mitte berühren.
Variationen in der Blütenfarbe sind auch bei der wildwachsenden Akelei nicht selten, so sind häufig viele verschiedene Farbtöne von hellem bis dunklem Blau,
von Rosa bis Violett sowie bis nach Weiß hin anzutreffen.
Aus den 5 Fruchtknoten entwickeln sich vielsamige Balgfrüchte. Die Samen sind sehr klein und glänzend schwarz. Die Akelei versamt sich von allein und sorgt im Garten für eine Fülle von Farben.
Zur Verlängerung der Blühperiode können die Samenansätze ausgekniffen werden. Stehen mehrere Sorten nebeneinander, so vermischen sie sich leicht in der Farbe.
Nach der Blüte im Mai ziehen die Blätter im Sommer teilweise ein, so daß es mitunter schwierig ist, die Staude im Herbst zu teilen. Einfacher ist die Vermehrung durch Samen. Hierzu werden die Samen in Töpfe oder Saatschalen ausgesät und nur leicht oder gar nicht mit Erde bedeckt. Nach einer Keimzeit von etwa drei Wochen werden die Keimlinge pikiert, um dann Anfang Oktober an ihren entgültigen Standort verpflanzt zu werden.
Ein halbschattiger bis sonniger Standort mit lehmigem, aber etwas kalkreichem Boden ist für die Akelei optimal. Der Boden sollte immer feucht und humos sein. Der Standort darf nicht zu heiß sein,
etwas Streuschatten ist günstig. Geeignet ist der Rand von Gehölzen oder die Zwischenräume der Bäume, wenn sie nicht zu dicht stehen.
Der Gattungsname Aquilegia leitet sich wahrscheinlich von dem lateinischen Wort aquila für Adler ab und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der gekrümmten Blütensporne mit Adlerkrallen. Die deutsche Bezeichnung ist aus dem lateinischen hervorgegangen. Der Artname vulgaris bedeutet gewöhnlich.
Die Blätter der Akelei enthalten geringe Mengen an Blausäureglycosid.
Die medizinische Wirkung der Akeleiarten wurden das erste Mal von der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) in ihrer "Physica" beschrieben. Sie nannte die Pflanzen damals Acheleia oder Agleia.
Früher wurde sie unter anderem bei Erkrankungen von Leber, Galle und Milz, bei Gelbsucht, Wassersucht, bei Hautausschlägen und als Heilmittel bei Wunden eingesetzt.
Außerdem sollen Akeleien auch Zauberkraft und Impotenz brechen können.
Heute wird die Akelei wegen ihrer hohen Giftigkeit nur noch in der Homöopathie bei Hauterkrankungen und Menstruationsstörungen eingesetzt.
Die Akelei war früher so häufig, daß man ihre jungen Sprößlinge im Frühjahr erntete und sie wie frische Spargelkeime zubereitete.
Im Mittelalter waren die Akeleien mit ihren anmutig nickenden Köpfchen sehr beliebt und finden sich auf verschiedenen Gemälden großer Maler wieder, wie z.B. bei Dürer. Insbesondere auf Heiligenbildern sind sie oft als Demutsblume zu sehen. Die Akelei kommt sogar in Gedichten vor, wie z.B. bei Goethe.
Von der Akelei gibt es über 120 Arten, Sorten und Hybriden, von denen auch einige einen sonnigen Standort gut vertragen.
| Lateinischer Name | Deutscher Name | |
| Aquilegia alpina | Alpenakelei | Foto im Web |
| Aquilegia atrata; Aquilegia vulgaris ssp. atrata | Dunkle Akelei, Schwarze Akelei, Schwarzviolette Akelei | Foto im Web |
| Aquilegia chrysantha | Goldakelei | Foto im Web |
| Aquilegia einseleana | Kleinblütige Akelie | Foto im Web |
| Aquilegia eximia | Serpentin-Akelei | Foto im Web |
| Aquilegia formosa | Karmesinrote Akelei | Foto im Web |
| Aquilegia nigricans | Dunkle Akelie | Foto im Web |
| Aquilegia sibirica | Sibirische Akelei | Foto im Web |