Benjeshecke - Reisighecke - Totholzhecke

Falls sich in Ihrem Garten eine Menge Reisig angesammelt hat, verbrennen Sie es nicht. Viele Insekten, aber auch Singvögel und Igel werden dadurch mitverbrannt. Auch das Häckseln ist viel zu aufwendig und der Reisigtransport zu Deponien oder zum Kompostieren kann kostspielig werden. Viel sinnvoller, billiger und umweltfreundlicher ist es jedoch, Reisighecken aus diesem Material zu errichten.

Sie tragen sich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, eine kleine oder auch längere Hecke als Sichtschutz, Lärmschutz, Staubschutz oder Wildfraßschutz anzulegen, aber die hohen Anschaffungskosten haben Sie bisher davon abgehalten? Wie wäre es denn mit einer Hecke zum Nulltarif, die außerdem noch aktiv dem Naturschutz dient?

BenjesHecke

Die in der heutigen Zeit durch intensive Landwirtschaft und Zersiedelung destabilisierte flurbereinigte und zerstückelte Landschaft läßt viele sensible Pflanzen- und Tierarten nur noch in Inselbiotopen überleben. Aber auch hier werden sie wahrscheinlich aufgrund der unüberschreitbaren Barrieren in naher Zukunft verschwinden. In so einer zerstückelten Landschaft können Hecken ein ökologisches Netz bilden, das die isolierten Teilstücke wieder miteinander verbindet. Die Feldhecken eines regionalen Heckenverbundes würden die zerschnittene Feldflur wieder beleben, Biotope vernetzen und damit zur Regenerierung von Flora und Fauna beitragen. Außerdem bieten sie den Ackerfluren Abschirmung gegen den Wind und sorgen so für ein eigenes Mikroklima in der Feldflur. Die Natur selbst kann zur Gestaltung dieser Hecken herangezogen werden, denn sie weiß besser als jeder Gärtner, welche Pflanze standortgerecht ist. Sie braucht nur ein geeignetes Substrat, in dem sich die Hecke entfalten kann. Dazu wird ein Wall aus Totholz, Reisern, Trockenholzsträuchern in der Spur der künftigen Hecke aufgeschichtet. Herbeifliegende oder in Vogelkot enthaltene Baum- und Strauchsamen keimen und im Verlauf von vier bis sechs Jahren wächst dann die junge Hecke in dieser Schutzzone heran, während das Substrat in sich zusammenfällt und verrottet. "Erfinder" dieser besonderen Heckenart ist der Ökologe und praktische Gärtner Hermann Benjes. Im Rahmen der Ökologiebewegung hat er der Totholzhecke zu neuer Popularität verholfen, weswegen man jetzt auch von "Benjes-Hecken" spricht.

Hermann Benjes

"Meine Hecken können dazu beitragen, daß bedrohte Säuger wie Feldhase, Igel und Hamster, seltene Vögel wie Neuntöter, Nachtigall und Rebhuhn und eine Vielzahl von Spinnen- und Insektenarten vor dem Aussterben bewahrt werden", sagte Hermann Benjes anläßlich seines Vortragsjubiläums (1000 Vorträge für lebendigere Landschaft / 1000 Kilometer neue Feldhecken allein in Deutschland - Bonn 1998).

Weiterführende Literatur: Hermann Benjes "Die Vernetzung von Lebensräumen mit Feldhecken" (4. Auflage 1994).



Hinweise zur Anlage einer Benjeshecke

Wenn man den Urtyp einer Benjeshecke anlegt, muß man unter Umständen sehr lange warten, bis daraus auf natürliche Weise eine Hecke entsteht. Daher werden heute hauptsächlich modifizierte Varianten angewendet, bei der man der Natur etwas auf die Sprünge hilft und entweder Samen heimischer Sträucher in das Gestrüpp sät oder Stecklinge bzw. Jungpflanzen heimischer Bäume und Sträucher in die Wallanlage setzt, wo sie vor Wildfraß sicher geschützt sind.


Anlage als Feldhecke

Benjeshecke

Der Arbeitskreis Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt e.V.
hat die folgenden zwei Typen modifizierter, bepflanzter Benjes-Hecken entwickelt:
Handeloher Variante der Benjeshecke Haidenauer Variante der Benjeshecke



Anlage als Gartenhecke

Hotholzhecke

Home Garten