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Der zu den Leguminosen gehörende Blasenstrauch kommt im gesamten Mittelmeergebiet bis einschließlich Nordafrika vor. Er ist sogar noch im Osten Österreichs in den Weinbaulagen heimisch.
In Deutschland wächst der Blasenstrauch vielfach kultiviert in Gärten. Natürlich kommt er hier nur noch in einigen Gebieten um den Kaiserstuhl und im Rheintal auf trockenen, basenreichen Standorten in Gebüschen,
am Rand von Wäldern, an Felsen und an Mauern vor. Wegen seiner extremen Seltenheit in der freien Natur ist der Blasenstrauch geschützt!
Der etwas sparrig und langsam wachsende, genügsame Strauch für sonnige Plätze und eher trockene, karge Böden erreicht eine Höhe von 2 - 5 m. Er besitzt aufrechte Grundtriebe, die im Alter leicht überhängen.
Die glanzlosen Laubblätter des Blasenstrauches sind unpaarig gefiedert und 7-13zählig. Die 2 - 3 cm großen Teilblättchen sind kurz gestielt und leicht eiförmig.
Von Mai bis Oktober erscheinen ununterbrochen die auffälligen gelben Schmetterlingsblüten, die in 2- bis 8-blütigen Trauben in den Blattachseln hängen und deren Einzelblüten etwa 2 cm lang sind.
Von Juli bis Oktober entwickeln sich aus den Blüten blasig aufgetriebene 5 - 8 cm lange und und 3 cm breite Fruchthülsen, die zunächst grün sind und kurz vor der Reife auch rotglänzend werden können. Bei der Fruchtreife sind sie mit Luft gefüllt, die 2 Prozent Kohlendioxid enthält. Danach werden sie trocken, pergamentartig und sogar durchscheinend und bekommen dabei eine silbrige bis gelblich-braune Farbe. Die Samenhülsen bleiben mitunter den ganzen Winter über am Strauch hängen.
Bis zu 40 braun-schwarze glänzende Samen von 2 - 3 mm Größe sitzen in einer braunen, aufgeblasenen Hülse. Die Samen riechen widerlich, schmecken bitter und sind schwach giftig.
Durch die lange Blütezeit findet man Blüten und Früchte häufig gleichzeitig am selben Strauch.
Der Blasenstrauch liebt die volle Sonneneinstrahlung und gedeiht auf allen kalkhältigen Böden. Er ist hitzeresistent, salzverträglich und stadtklimafest. Sein tiefreichendes Wurzelsystem bindet Luftstickstoff mittels Knöllchenbakterien.
Der Gattungsname Colutea kommt aus dem griechischen und heißt Linsenbaum.
Der Artname arborescens bedeutet baumähnlich (lat. arbor = Baum).
Der Strauch erhielt seinen deutschen Namen von den aufgeblasenen, luftgefüllten Hülsen, die Kinder gerne mit einem Knall zwischen den Fingern zerplatzen lassen.
Die Blätter des Blasenstrauches enthalten Coluteasäure und Bitterstoffe, in seinen Samen findet man Canavanin.
Seine Blätter wurden im 16. und 17. Jahrhundert in der Volksheilkunde als Ersatz für Sennesblätter verwendet, doch ist ihre abführende Wirkung nur schwach. Außerdem galten sie als harntreibendes und blutreinigendes Mittel.
Wegen des widerlichen Geruchs und des bitteren Geschmacks des Blasenstrauchs wurde der Blätteraufguß oder das aus den Samen hergestellte Pulver mit Honig vermischt eingenommen.
Der Blasenstrauch wird heute nicht mehr medizinisch genutzt.
In der Antike verwendete man den Blasenstrauch außerdem als Viehfutter, da die bitteren Blätter von Ziegen und Schafen gerne gefressen wurden.
| Lateinischer Name | Deutscher Name | |
| Colutea abyssinica | ||
| Colutea afghanica | ||
| Colutea arborescens ssp. atlantica | ||
| Colutea arborescens ssp. gallica | ||
| Colutea atlantica | ||
| Colutea cilicica | ||
| Colutea gifana | ||
| Colutea gracilis | ||
| Colutea komarovii | ||
| Colutea media | ||
| Colutea nepalensis | ||
| Colutea orientalis (= C. cruenta) | Orient-Blasenstrauch (rote Blüten) | |
| Colutea paulsenii | ||
| Colutea persica | Persischer Blasenstrauch | |
| Colutea porphyrogramma | ||
| Colutea uniflora | ||