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Die wenigen Arten der Eselsdistel sind hauptsächlich im Mittelmeerraum und im Kaukasus beheimatet, aber nur eine Art, nämlich die Gewöhnliche Eselsdistel,
kommt einzeln und zerstreut auch in Mitteleuropa natürlich vor. Die Eselsdistel ist eine stattliche, stachelige Wildstaude mit großen Blütenköpfen, die sich von den anderen Disteln durch den Blütenboden unterscheidet, welcher mit tiefen,
wabenähnlichen Gruben versehen ist, in denen zusammengedrückte vierkantige Schließfrüchtchen sitzen.
Unbestreitbar ist die majestätische Schönheit der Gewöhnlichen Eselsdistel. Dies weiß man übrigends auch in Schottland zu schätzen, denn dort ist sie die Wappenblume der Stuarts und damit die Staatsblume von Schottland. Sie zählt zu den imposantesten zweijährigen Pflanzen in unseren Gärten, wo sie ohne weiteres 2 - 3 Meter hoch werden kann.
Silbrig-weiß schimmert die ganze Pflanze, die überall mit einem weichen spinnwebenartigen weißen Flaum bedeckt ist. Ihre steifen,
bis zu 60 cm langen Blätter sind kurz gezähnt oder fiederteilig, wellig und sehr stachelig, ihre breiten herablaufenden Ränder bilden am stark verzweigten Stengel stachelige Flügel.
Besonders im zweiten Jahr, wenn die Pflanze im Hochsommer zur Blüte ansetzt und in die Höhe schießt, ist sie eine monumentale und wehrhafte Erscheinung. Die kugeligen Blütenköpfe sind bis 6 cm groß und bestehen aus purpurroten Röhrenblüten und dornigen Hüllblättern.
Die bei Schmetterlingen beliebte Nektarpflanze benötigt einen durchlässigen Boden in voller Sonne. Nur auf trockenen und nährstoffreichen Standorten entwickelt sich die dichte weiße Behaarung.
Steht die Pflanze im Schatten oder zu feucht, bleibt sie mehr oder weniger grün. Sämlinge sollten schon im ganz jungen Alter von etwa 2 - 3 Wochen verpflanzt werden. Die besten Pflanzen entwickeln sich jedoch aus der Direktsaat.
In Europa findet man die Eselsdistel fast nur in Gärten, in Wildbeständen gilt sie sogar als gefährdet. In den westlichen Teilen der USA dagegen, wo sie irgendwann im zwanzigsten Jahrhundert aus den Ziergärten ausbrach, ist die Eselsdistel ein lästiges Unkraut geworden und breitet sich rasch über die offenen Weideländer aus. Dort bilden ihre Bestände dornige Barrieren für das Weidevieh und versperren ihm mancherorts an den Ufern der Flüsse und Seen den Zugang zum Trinkwasser.
Der Gattungsname Onopordum ist aus dem griechischen ónos (Esel) und porde (Blähung oder Wind) gebildet, da laut dem römischen Schriftsteller Plinius die Pflanze bei Eseln Blähungen bewirken soll. Der Artname acanthium wird vom griechischen ákantha (Stachel) abgeleitet.
Körbchenboden und junge Körbchen der Gewöhnlichen Eselsdistel lassen sich wie bei der Artischocke als Gemüse zubereiten. Auch junge Sprosse und Wurzeln ergeben ein feines Gemüse, die Früchte sind ölhältig.
Die spinnwebenartigen Überzüge der Blätter können gesammelt werden und ergeben übereinandergelegt eine baumwollartige Substanz.
In der anthroposophischen Medizin wird die Eselsdistel gegen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Trotzdem die Eselsdistel ähnliche chemische Bestandteile wie die meisten Distelarten enthält, spielt sie in der modernen Phytomedizin jedoch keine Rolle mehr.
| Lateinischer Name | Deutscher Name |
| Onopordum acaulon | stengellose Eselsdistel |
| Onopordum illyricum | Illyrische Wegdistel |
| Onopordum tauricum | Taurische Eselsdistel |