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Die in den Laubwäldern Eurasiens beheimatete Echte Nelkenwurz ist eine ausdauernde, 20 bis 80 cm hoch wachsende Halbrosettenstaude.
Ihr dünner Stengel ist aufrecht, ästig verzweigt und flaumig behaart. Die grundständigen Blätter sind dreizählig, gefiedert und stark gesägt.
Die Blütezeit reicht von Mai bis in den September. Die kleinen gelben 5-strahligen Blüten stehen einzeln in lockeren traubigrispigen Blütenständen.
Die kleinen, kugeligen Früchte mit ihren langen, gekrümmten Griffeln bilden an den Stengelspitzen kleine, behaarte Köpfchen.
Die hakenförmigen Griffel haben die Form und Funktion von Kletten, mit denen die Samen im Haarkleid von Tieren hängen bleiben und so verbreitet werden.
Da die Nelkenwurz sowohl im Schatten als auch in der Sonne gedeihen kann, wächst sie an vielen Stellen: im Wald, an Hecken und Gebüschen, an Zäunen und Wegrändern und in Wiesen. Sie bevorzugt aber schattige, stickstoffreiche Stellen bis in Höhen von etwa 1900 m.
Ob der lateinische Gattungsname Geum vom griechischen geuein (würzen) abgeleitet werden kann, ist nicht sicher. Der lateinische Artname urbanum bedeutet stadtbewohnend, ein Hinweis darauf, daß die Pflanze besonders häufig auch an stickstoffreichen Stellen im Bereich menschlicher Ansiedlungen vorkommt. Die heilige Hildegard von Bingen bezeichnete die Pflanze im 12. Jahrhundert sogar als benedicta (gesegnet).

Die Wurzeln und das Kraut der Pflanze enthalten Gerbstoffe und organische Säuren, die Wurzeln zusätzlich auch ätherisches Öl und Zucker (Saccharose, Glucose, Fructose u.a.).
Die Nelkenwurz ist somit eine Gerbstoffdroge ähnlich der Eichenrinde oder dem Blutwurz. Daher ist sie ein traditionell angewendetes Mittel zur Behandlung von Durchfällen und Schleimhautentzündungen.
Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Droge sind allerdings nicht belegt. Z.B. kann es bei zu hoher Dosierung zu Erbrechen kommen.
Nelkenwurz ist ein stark tonisierendes Mittel, das auch bei fieberhaften Magen-Darm-Erkrankungen sehr hilfreich ist. In der Erholungsphase nach erschöpfenden Krankheiten wirkt ein Auszug in Rotwein vorzüglich stärkend. Diesen Nelkenwurzwein bereitet man mit 80 g geschnittener Wurzel, die man eine Woche lang in einer Flasche Rotwein ansetzt. Danach wird abgegossen. Vor den Mahlzeiten nimmt man dann je 1 Eßlöffel voll ein.
Pfarrer Künzle bescheinigte der Nelkenwurz "eine herrliche Stärkung des Herzens, des Gehirns, der inneren Organe". Entzündetes und leicht blutendes Zahnfleisch heilt durch Kauen von Nelkenwurz. Die Pflanze soll außerdem aphrodisierend auf Männer wirken (Mannskraftwurz).
Früher wurde der bitter schmeckende kurze, runzlige Wurzelstock der Pflanze, der innen fleischfarbig bis violett gefärbt ist und beim Zerreiben nach Nelken duftet, als Gewürznelkenersatz verwendet. Man grub ihn dazu im März aus.
Die Nelkenwurz ist gelegentlich Bestandteil einiger Teemischungen zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen, wobei der Nutzen unklar ist. Zubereitungen der Nelkenwurz werden auch in der Homöopathie verwendet. Für einen Aufguß nimmt man 5 g geschnittene Wurzeln auf eine Tasse Wasser. Er wird tagsüber löffelweise getrunken. Die Nelkenwurz wird außerdem zur Aromatisierung von Branntweinen und Likören benutzt und auch in kosmetischen Präparaten (Zahnpasten, Mundwässer) verwendet.
| Lateinischer Name | Anderer Lateinischer Name | Deutscher Name | |
| Geum montanum | Sieversia montana | Berg-Nelkenwurz | Foto |
| Geum reptans | Sieversia reptans | Kriechende Nelkenwurz | Foto |
| Geum rivale | Sieversia rivale | Bach-Nelkenwurz | Foto |
| Geum macrophyllum | Großblättrige Nelkenwurz | Foto | |
| Geum aleppicum | Aleppo-Nelkenwurz | Foto | |
| Geum intermedium | (Kreuzung zwischen Geum rivale und Geum urbanum) | Foto | |
| Geum strictum Aiton | |||
| Geum canadense | |||
| Geum flavum | |||
| Geum virginiacum | |||
| Geum vernum | |||
| Geum triflorum | |||
| Geum peckii | |||
| Geum rossii | |||