Nisthilfen

Wildbienen-Nisthilfen
für Insekten
für Vögel
für Fledermäuse
Vogelhaus  Fledermaus-Quartier

Ein umfangreiches Angebot an Nisthilfen für Insekten, Vögel und Fledermäuse bietet z.B. die Firma Schwegler an.


Biene

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Selbst auf kleinsten Flächen kann man etwas für Natur und Umwelt tun. - Beispiel: Wildbienen. In Deutschland gibt es ungefähr 750 Bienenarten, von denen fast die Hälfte gefährdet oder vom Aussterben bedroht ist. Zu ihnen gehören die allseits bekannten Hummeln, wie Stein- und Sandhummel aber auch die Maskenbienen, Sandbienen, Mauerbienen, Wollbienen, Pelzbienen und viele andere. Die Lebensbedingungen der Wildbienen unterscheiden sich erheblich von denen der bekannten Honigbiene. Sie leben alleine (Solitärbienen) und bauen Brutröhren in morschem Holz, hohlen Pflanzenstengeln, Schilf, Sand, Steinspalten und anderen Materialien. Nach der Eiablage werden die Brutkammern mit Lehm oder Harz verschlossen. Es sind es vor allem die Wildbienen und weniger die Honigbienen, die unsere Obstbäume im zeitigen Frühjahr bestäuben, aber die meisten dieser Arten werden immer seltener und benötigen somit dringend unsere Unterstützung!
Insektennisthilfen und einige wenige Pflanzen können bei der Ansiedlung von Wildbienen fast "Wunder" bewirken.

Bambusnisthilfe Es gibt Arten, die mit schon vorhandenen Hohlräumen vorlieb nehmen (siehe Liste). Ihnen kann man besonders leicht und erfolgreich Nistanlagen bauen. Am einfachsten geht's mit Stücken aus Bambusrohr, welche man in Baumärkten oder beim Gartenbedarfs-Handel bekommen kann. Das Bambusrohr (Innendurchmesser: 3-10 mm) wird jeweils hinter den Knoten (Verdickungen) so durchgesägt, daß ein Ende offen und das andere Ende verschlossen ist. Das Mark sollte man etwas auskratzen. Wie man diese Bambusstücke jetzt platziert, ist jedem selbst überlassen. Man könnte sie einzeln in die Löcher von Lochziegeln stecken oder als Bündel dicht gepackt in Resten von Kunststoff-Rohren oder Konservendosen regensicher verstauen. Auf jeden Fall sollten sie nahezu waagrecht zum Boden sein. Man könnte auch Schilfstengel, Strohhalme oder Pappröhrchen verwenden aber da besteht die Gefahr, daß Meisen oder Spechte während des Winters die relativ dünnen Stengelwände aufhacken und die Brut fressen. Gut geeignet sind auch zusammengerollte Reetmatten sowie Bündel von dünnerem Totholz. Allerdings wäre es besser, keine Glasröhrchen oder der gleichen als Nisthilfen zu verwenden, da sie luftundurchlässig sind und durch das sich bildende Kondenswasser kann der Nahrungsvorrat verpilzen, vor allem bei Arten, die mit Harz bauen (z.B. Löcherbiene - Heriades truncorum). Diese Materialien sind höchstens zu Studienzwecken hilfreich, z.B. zur Untersuchung des Nestbaus, der Eiablage oder Parasitierung.

Eine weitere Möglichkeit besteht im Verfüllen von alten Tondränrohren oder Blumentöpfen mit Lehmboden. An einem sonnigen Platz finden sich auch hier zahlreiche Wildbienen ein.

Rote MauerbieneMan kann aber auch Löcher mit dem Bohrer in entrindetes Hartholz (z.B. Eiche, Buche, Esche) bohren. Dieses Holz darf keinesfalls mit Holzschutzmitteln behandelt sein. Nadelholz sollte eher nicht verwendet werden, da sich dessen Fasern nach dem Bohren bei Feuchtigkeit wieder aufrichten. Die Bienen bevorzugen aber eher glatte Innenwände.

HartholzklotzBei Größe und Form der Nisthilfen sind keine Grenzen gesetzt. Ziegelsteingroße Hartholzreste sind genauso geeignet, wie dicke Äste, wie man sie im Wald findet oder beim Förster bekommt. Die Löcher werden 5-10 cm tief ins Holz gebohrt und beim Durchmesser kann man von 2-8 mm variieren. Es ist sogar empfehlenswert eine Kombination verschieden großer Gänge in einem Holzstück anzulegen (überwiegend Bohrweiten von 3-6 mm), da die einzelnen Arten dann ihrer Größe entsprechend die Bohrgänge auswählen können. Um ein Versperren der Nesteingänge durch querliegende Fasern zu vermeiden, ist es notwendig die Holzoberfläche nach dem Bohren mit feinem Sandpapier zu glätten. Das Bohrmehl muß ebenfalls herausgeklopft werden, da die Bienen sonst keinen Platz haben. Bei Buchenholz und bei Bohrlöchern von mehr als 4 mm Durchmesser kann es durch Witterungseinflüsse zu Rissen kommen. Allerdings werden solche gespaltenen Gänge von den Bienen kaum angenommen. Unter diesen Umständen ist es besser einen Mindestabstand von 2cm zwischen den Bohrungen zu lassen. Die Bohrungen sollten eine wasserabführende Neigung aufweisen oder Sie hängen den gesamten Nistkasten entsprechend schräg.

TotholzstammEs gibt auch viele Bienenarten (z.B.: die Wald-Pelzbiene, die Schwarzbürstige Blattschneiderbiene und die Blauschwarze Holzbiene), die in toten Baumstämmen nisten. Hier reicht es meist aus, etwas dickeres Totholz und morsche Holzstämme an geschützten Stellen im Garten zu platzieren. Die Bienen bauen sich dann dort ihre Nester selbst.

Diese Nisthilfen sollten an einem sonnigen und windgeschützten Platz angebracht werden, z.B. an der Hauswand, der Pergola, einer Mauer, einem Zaunpfahl oder der Balkonbrüstung. Sie müssen für die Bienen frei zugänglich sein. Dabei eignen sich südost- bis südwestexponierte Orte am besten. Die Nisthilfe sollte fest angebracht sein und nicht frei hin und her baumeln. Bei Bäumen ist eine Anbringung direkt am Stamm noch unterhalb der Krone am günstigsten. Holzstücke, von mehr als ein Meter Länge, kann man auch frei im Garten senkrecht aufstellen.

Beim Anbringen und bei der Standortwahl sollten wir uns stets am natürlichen Verhalten der Bienen bei ihrer Suche nach Nistgelegenheiten orientieren, um ihnen bestmöglich helfen zu können. So sollte beachtet werden, daß einige Arten erst im Laufe des Sommers erscheinen und für diese sollten dann auch noch Nistmöglichkeiten vorhanden sein. Die Nisthilfen werden bei schlechter Witterung und nachts auch als Unterschlupf aufgesucht, vor allem von den Männchen aber auch von bodennistenden Arten. Alte Brutgelege, bei denen die Brut bereits geschlüpft ist, werden von den Weibchen einiger Arten (z.B. Chelostoma florisomne, Heriades truncorum) vor einer Neubelegung oft selbst gesäubert. Die Nisthilfen müssen im Winter draußen bleiben, weil die Bienen in der Wärme der Wohnung vorzeitig schlüpfen und zugrundegehen würden.

Es dauert unter Umständen etwas länger, bis die einzelnen Arten die angebotenen Nisthilfen oder das zusätzliche Nahrungsangebot gefunden haben. Die Besiedlung hängt einerseits vom Verhalten der einzelnen Arten ab, andererseits erfolgt sie um so schneller, je größer der Artenreichtum und die Bestandsdichte in der Umgebung ist. Wildbienen bauen bevorzugt dort, wo sie sich selbst entwickelt haben, somit kann man von einigen Arten hohe Nestdichten erzielen, wenn man Jahr für Jahr die Zahl der Nistanlagen erhöht. Allerdings ist ein entsprechend gutes Nahrungsangebot ebenso wichtig, wobei hier eine ausreichende Anzahl von Wildblumenarten vorteilhaft wäre. Einige Arten sind dabei besonders empfehlenswert: das Habichtsbitterkraut (Picris hieracoides) zum Beispiel, an dem 45 Bienenarten zu finden sind, oder der Natternkopf (Echium vulgare) mit 25 Bienenarten. Ganz oben auf der Wunschliste der Bienen befindet sich auch die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia).

Biene
Hier noch mal eine Auflistung der Arten,
die häufig an künstlichen Nistplätzen anzutreffen sind:
 
Hylaeus communis Gewöhnliche Maskenbiene
Megachile centuncularis Blattschneiderbienen-Art
Megachile rotundata Luzerne-Blattschneiderbiene
Megachile willugbbiella Garten-Blattschneiderbiene
Osmia adunca Natterkopf-Mauerbiene
Osmia bicornis Rostrote Mauerbiene
Osmia brevicornis Schöterich-Mauerbiene
Osmia caerulescens Blaue Mauerbiene
Osmia campanularum Scherenbienen-Art
Osmia cantabrica Scherenbienen-Art
Osmia cornuta Gehörnte Mauerbiene
Osmia crenulata Gekerbte Löcherbiene
Osmia florisomnis Hahnenfuß-Scherenbiene
Osmia leaiana Distel-Mauerbiene
Osmia rapunculi Glockenblumen-Scherenbiene
Osmia truncorum Gewöhnliche Löcherbiene
 
Übrigens - Wildbienen stechen uns Menschen nicht!
Biene

Weiterführende Informationen zu Wildbienen findet man u.a. unter www.Wildbienen.de.


Vogel

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Vogelhaus Bei den Vögeln unterscheiden wir Nisttasche

Freibrüter finden in der Regel immer einen Nistplatz. Aber für Höhlenbewohner kann auch im Naturgarten echte Wohnungsnot herrschen, wenn nicht genug Höhlen bzw. Halbhöhlen vorhanden sind. Bei Nisthöhlen ist die alles entscheidende Größe der Durchmesser des Flugloches. Hängen Sie deshalb Nistkästen mit verschienen Lochgrößen auf. Nischenbrüter sind da weniger spezifisch, meist genügen Nistkästen, die 1 bis 2 ovalen Fluglöcher besitzen oder fast offen sind.
Eine weitere Möglichkeit zur Vergrößerung des Nistplatzangebotes ist das Anbringen von Nisttaschen. Nisttaschen bindet man z.B. aus biegsamen Kiefer-, Ginster- oder Brombeerzweigen. Weniger gut geeignet sind Douglasien oder Tannenzweige, ungeeignet sind Fichtenzweige, weil sie bald ihre Nadeln verlieren. Man nimmt 6 bis 8 stark benadelte Zweige von 0,80 bis l m Länge und bindet sie an zwei Stellen am Stamm mindestens in Kopfhöhe fest. Wichtig ist, daß dabei ein geräumiger Hohlraum mit ausreichend Deckung entsteht. Auch sollte die Nisttasche nicht gerade auf der Wetterseite sein.
Außerdem kann man Nistquirle erzeugen, indem man regelmäßig in Wildsträuchern etwa 10 cm oberhalb einer Astgabel die Triebe zurückschneidet.

Richtlinien beim Anbringen von Vogel-Nisthilfen
Halbhöhle Weitere Anregungen zum Vogelschutz

Weiterführende Informationen zu Vögel findet man u.a. unter Wildvogelhilfe.
Zahlreiche Vogelgeräusche kann man sich z.B. unter Avisoft Bioacoustics anhören.



Fledermaus

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Fledermaus-Flachkasten Alle 22 in Deutschland heimischen Fledermausarten stehen auf der "Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten". Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der Behandlung der Dachstühle mit giftigen Holzschutzmitteln über die Verluste an Höhlenbäumen bis hin zu Störungen in den Winterquartieren. Außerdem herrscht aufgrund des Einsatzes von Chemikalien, insbesondere Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft großer Mangel an Insektennahrung. Hinzu kommt der Verlust an Landschafts-Strukturen durch Zersiedelungen und durch Flurbereinigungen infolge intensiver Landwirtschaft.

Den Fledermäusen kann jedoch bereits mit einfachen Maßnahmen in Gärten und auf Freiflächen ein zusätzliches Angebot an Nahrung geschaffen werden. Hierzu gehört die Anlage eines vielgestaltigen Gartens mit heimischen Sträuchern und artenreichen Blumenwiesen an Stelle von Rasenflächen. Dies kann man ergänzen durch die Schaffung sogenannter Fledermausbeete, auf denen vorrangig nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen wie z.B. Rote Lichtnelke, Nachtkerze und Wegwarte wachsen. Diese Pflanzen locken dann durch ihren Duft Nachtfalter an, die die Lieblingsspeise vieler Fledermäuse sind.

Fledermaus-Fassadenröhre Besonders bedrohlich ist die Situation für die Fledermäuse, da sie nicht nur Nahrung finden müssen, sondern auch in und an Bäumen und Gebäuden Schlaf- und Nistplätze benötigen. Hier wird vor allem die Hilfe jedes Hauseigentümers bei der Bereitstellung zusätzlicher Nisthilfen und Schlafquartiere dringend benötigt. Fledermäuse besiedeln neben Bäumen nicht nur Mauerwerke von Häusern, sondern auch Lücken im Dachziegelbereich, Wandverkleidungen, Fassadenelemente und ruhige, geräumige Dachstühle. Eine typische "Hausfledermaus" ist z.B. das Mausohr, eine "Baumfledermaus" wäre die Bechsteinfledermaus und ein Vertreter der "Waldfledermaus" ist der Große Abendsegler. Daher existieren zahlreiche Typen von Nisthilfen, die entweder an einem Baum bzw. direkt an einer Hauswand befestigt werden (Nisthöhle, Flachkasten, Großraumhöhle, Schlafquartier) oder zusammen mit einem Grundstein in Mauerwerk eingelassen werden (Niststein, Fassadenröhre).

Richtlinien beim Anbringen von Fledermaus-Nisthilfen
Fledermaus-Höhle

Weiterführende Informationen zu Fledermäusen findet man u.a. bei Tier und Natur.


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