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Die Stockrosen, die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert aus Vorderasien und Griechenland zu uns kamen, zählen auch heute noch zu den typischsten Bauerngartenpflanzen. Am schönsten gedeihen die prächtigen Stauden
an wind- und wettergeschützten, warmen Plätzen auf tiefgründigen, humosen, nährstoffreichen Gartenboden. Ein Platz in der Nähe einer Hauswand, einer Pergola oder eines Zaunes in einem naturnahen Garten ist ideal.
In Gruppen gepflanzt, bilden Stockrosen vor hohen Sträuchern oder als Hintergrund eines Staudenbeetes durch ihre beachtliche Höhe einen malerischen Blickfang.
Die Stockrose besitzt als standfeste zwei- bis mehrjährige Pflanze einen aufrechten, steifen, rauh behaarten Stengel, der bis zu 2,5 m hoch werden kann, an günstigen Stellen sogar über 3 m.
Die langgestielten, fünf- bis siebenlappigen Blätter sind filzig behaart und haben einen herzförmigen Grund sowie hervortretende Blattnerven. Im ersten Jahr entwickelt sich nur eine bodennahe Blattrosette, aus der im Folgejahr dann der lange Blütentrieb sprießt.
An diesem erscheinen in den Blattachseln kurzstielige
Obwohl es sich um eine mehrjährige Staude handelt, wird die Stockrose meist nur zweijährig gezogen. Durch einen Rückschnitt gleich nach der Blüte läßt sich die Pflanze zwar mehrere Jahre halten, sie verliert jedoch immer mehr an Schönheit und Widerstandsfähigkeit. Daher empfiehlt es sich, die aus der diskusförmigen Frucht ausfallenden scheibenförmigen Samen zu kleinen Pflanzen heranwachsen zu lassen und dann die Mutterpflanze zu entfernen.
Die Aussaat erfolgt bis Juni auf ein gut gelockertes Gartenbeet entweder direkt am vorgesehenen Platz oder dünn in Reihen. Die Samen werden mit 2 bis 3 cm Erde bedeckt. Bis zum Aufgang der Saat ist viel Feuchtigkeit und Schatten nötig. Nach dem Erscheinen des vierten bis fünften Folgeblattes, jedoch bis spätestens September, sollte die Jungpflanze aus dem Anzuchtbeet verpflanzt werden. Beim Versetzen der Pflanze muß deren Pfahlwurzel häufig gekürzt werden, da diese meist zu lang ist, um unverletzt aus dem Boden ausgegraben werden zu können. Die Pflanze bildet danach in der Regel 3 - 4 Seitenwurzeln aus, die dann aber nicht so tief in die Erde reichen. Daher müssen verpflanzte Stockrosen später öfter gegossen werden. Am endgültigen Standort sollte der Pflanzabstand ca. 40- 50 cm betragen.
Je nährstoffreicher und wasserhaltiger der Gartenboden ist, desto weniger Pflegemaßnahmen sind notwendig. Eine Mulchschicht, spätestens im zeitigen Frühjahr aufgetragen, schützt den Boden vor dem Austrocknen.
Im Sommer benötigt die Stockrose dann relativ viel Wasser. In windiger, ungeschützter Lage ist es ratsam, die hohen Stauden am Zaun oder an einem Stab festbinden, bevor der Stengel einknickt.
Stockrosen werden außerdem häufig von Malvenrost befallen (Pilz: Puccinia malvacearum), gegen den es eigentlich kein wirksames Mittel gibt, ohne erheblichen Aufwand betreiben zu müssen. Die Stockrosen leiden vor allen Dingen darunter, wenn sie schattig stehen.
Durch das Pflanzen an einem nicht zu heißen Standort mit brauchbarem Boden sowie durch organische Düngung und Wässern in langen Dürreperioden läßt sich jedoch der Malvenrost in Grenzen halten.
Die Stockrosen-Varietät alcea rosea ssp. nigra, die Schwarze Malve, war früher in jedem Bauerngarten zu finden. Bereits im 16. Jh. wurde sie in Europa auf Feldern kultiviert. Ihre schwarz-purpurfarbenen Blüten enthalten in ihrem Zellsaft gelöste Anthocyane, die als Lebensmittelfarbstoff Verwendung finden. Rotwein, Liköre und andere Genußmittel werden mit Hilfe von Malvenblüten ohne Geschmacksveränderung dunkelrot gefärbt.
Als Schleimdroge sind die Blüten der Schwarzen Malve (alcea rosea ssp. nigra) Bestandteil verschiedener Teemischungen gegen Husten und Bronchitis. Der Hustentee wird dabei mit Honig gesüßt getrunken. Darüberhinaus gilt in der Volksmedizin ungesüßter Stockmalventee als Heilmittel bei Durchfällen und Magenbeschwerden sowie gegen Nierenleiden. Äußerlich wird er zum Gurgeln bei Mund-, Rachen- und Halsentzündungen und für Umschläge bei Verletzungen verwendet. In der Schulmedizin wird diese Droge allerdings nicht mehr angewendet.
| Lateinischer Name | Anderer Lateinischer Name | Deutscher Name | |
| Alcea rosea ssp. nigra | Althaea rosea ssp. nigra | Schwarze Stockrose, Schwarze Malve | Foto |
| Alcea pallida | Althaea pallida | Balkan-Stockrose, Türkische Stockrose (rosalila Blüten) | Foto im Web |
| Alcea ficifolia | Althaea ficifolia | Feigenblättrige Stockrose | Foto im Web |
| Alcea rugosa | Althaea rugosa | Russische Stockrose | Foto |
| Alcea armeniaca | Althaea armeniaca | Armenische Stockrose (lilarosa Blüten) | |
| Alcea cretica | Althaea cretica | Kretische Stockrose | |
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Alcea pallida, die Balkan-Stockrose ist eine stark wachsende anspruchslose Wildstaude, die auch große Trockenperioden überlebt. Sie besitzt dicht besetzte Blütenstengel mit duftenden bis 10 cm großen Blüten in rosalila Pastelltönen. Sie ist wahrscheinlich die Ur-Stockrose, d.h. die Mutterpflanze, von der alle heutige Züchtungen abstammen. Außerdem soll Alcea pallida resistent gegen Malvenrost sein. Stockrosen gibt es inzwischen in vielen Sorten; am häufigsten werden im Handel Prachtmischungen "Pleniflora" mit gefüllten Blüten in allen Farben angeboten. | |||