Ich habe Leo im Jahre 2001 nach dem Tod unseres letzten Katers aus dem Tierheim geholt. Leider ist er etwas neurotisch.
Er mag in unserer Familie die Menschen-Männer überhaupt nicht. Es ist schon kurios: Zum einen faucht und knurrt er die Männer grundlos an, zum anderen erbettelt er sich auch von ihnen seine Streicheleinheiten.
Mich als einzige Menschen-Frau liebt er abgöttisch. In der Wohnung ist er fast immer in meiner Nähe und sehr schmusebedürftig.
Wir konnten Leo 3 Jahre lang nicht mit in unserem Garten nehmen, da er sich an den Wochenenden nicht mehr einfangen ließ. Dieser Schritt fiel mir sehr schwer und es tat mir in der Seele weh, weil ich sah, wie er darunter litt.
Als wir dann in unser Haus einzogen, ließ ich Leo erst einmal eine Woche an die neue Umgebung gewöhnen, was er auch schnell tat. Dann kam der entscheidende Tag. Ich machte die Haustür auf und wartete ab, was passieren würde. Leo schaute zur Tür hinaus und ging ganz langsam, bedächtig und vorsichtig hinaus. Doch sobald er den "Duft der großen weiten Welt" geschnuppert hatte, wurde er mutiger. Immer weiter entfernte er sich vom Haus und immer schneller trugen ihn seine Beine davon. Innerhalb der nächsten Stunden eroberte er sich den Garten zurück, den er 3 Jahre zuvor das letzte Mal betreten hatte. Es war so, als ob er nie weg gewesen wäre.
Leo unternimmt jetzt gerne ausgedehnte Streifzüge und ist wieder ein exzellenter Mäusefänger. Mit der Zeit ist er auch im Garten wieder zutraulicher geworden, denn er läßt sich von mir jetzt auch draußen streicheln.
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